Besuch von Frau Heb – oder: Das Leben ist doch ein Ponyhof!

Wir schreiben die 17. SSW und das erste Meet & Great mit unserer Hebamme stand an. Eigentlich war’s nicht das erste, denn wir kennen uns schon ein paar Jahre – unter anderem von der Entbindung meines Patenkinds, dass ich, wegen Verspätung des Vaters, auch gleich mal abgenabelt hab. Weil ich meine beste Freundin nicht nur in den Kreissaal sondern auch zu diversen Vorsorgeterminen begleitet habe, beziehungsweise bei Nachsorgebesuchen dabei sein konnte, kannte ich schon ein paar Details aus dem Geburtshilfe-Buisness. Irgendwie haben wir uns alle über die Jahre angefreundet und ich hab mir immer gewünscht, dass unsere heißgeliebte – nennen wir sie Frau Heb – auch uns auf dem Weg ins Elternleben begleitet.

Fragerunde mit Schnittchen

Und da saßen wir nun, der werdende Papa, Frau Heb, der Bauch und ich. Zwischen uns jede Menge Schnittchen und ein Nutella-Glas, so ein Treffen ist ja schließlich aufregend. Ich find’s prima, dass es für jede Frau die passende Unterstützung gibt. Ich persönlich gehöre nicht zu denjenigen, die sich vorstellen können, einfach zur Entbindung irgendwo hin zu fahren. Nach Möglichkeit möchte ich gern meine Frau Heb an der Seite haben, die mich je nach Bedarf ermutigt, mit mir lacht oder mir den Marsch bläst. In meinen Augen ist diese Frau irgendwas zwischen Wonder Woman und David Copperfield. Sie ist niemand, der vor der Niederkunft erstmal den Kreissaal ausräuchert, aber sie behandelt mich auch nicht wie einen medizinischen Notfall. Sie ist die Schwangeren- und Babyflüsterin in einem. Und für die werdenden Väter hat sie immer ein offenes Ohr.

So hat sie uns dann in Ruhe erklärt, was bei unseren Zwillis zu beachten ist, gefragt, was wir uns wünschen und erzählt, was möglich ist. Wenn die beiden Stupsis und ich über die SSW 36 hinaus kommen – was ich mir sehnlichst wünsche, können wir gemeinsam mit Frau Heb zur Tat schreiten. Denn sie hat einen Vertrag mit einem Klinikum, das allerdings keine Kinderklinik hat. Sind die Doppelkinder allerdings zu früh dran oder zu leicht, geht’s für uns in eine Klinik mit Frühchenstation. Eine davon ist quasi gleich bei uns um die Ecke, also keine 1000 Meter entfernt. Ein weiteres mögliches Krankenhaus ist etwa 20 Autominuten weit weg – je nach Verkehrslage.

Ich habe absolut keine Ahnung, welches davon für uns das beste ist. Ich habe von beiden bislang weder Gutes noch Schlechtes gehört, wir sind ja quasi neu in der Szene. Also werden wir uns die beiden Kliniken bald mal anschauen. Letztendlich kommt es eh auf die Zwillis an, wohin wir dann gehen. Bleibt überhaupt noch Zeit für eine „längere“ Autofahrt?

Begleitung durch die Schwangerschaft

Mit hat der Abend mit Frau Heb auf jeden Fall ganz, ganz viel gebracht. Auch wenn ich beim Thema Geburt ganz schön zittrige Knie hatte. Die Zeit mit ihr wird mich darauf vorbereiten, was mein Körper so alles drauf hat und ich wünsche mir zu lernen, ihm nicht ins Handwerk zu pfuschen, sondern zu unterstützen. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass ich all die Unwägbarkeiten, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, völlig locker nehmen würde. Aber Menschen wie Frau Heb an meiner Seite machen mich wesentlich entspannter.

Im Anschluss an unser langes Gespräch gab’s noch ein unverhofftes Highlight. Frau Heb packte ein Gerät aus, das in mir die Frage aufwarf, ob wir jetzt eine Runde Singstar spielen. Nein. Es war ein Mini-Ultraschallgerät, das Herztöne überträgt. Wahnsinn. Und so lauschten wir zu dritt andächtig der zwei Kind starken Ponyherde, die durch meinen Bauch galloppiert, ein wunderschöner Moment. Manchmal ist das Leben eben doch ein Ponyhof.

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