Auf Wiedersehen Alaska!

Am Wochenende ist mir schlagartig bewusst geworden, dass mein Mann und ich in nächster Zeitwohl kaum den Pacific Crest Trail von Mexiko bis nach Kanada wandern oder eine Lachsfarm in Alaskas einsamer Wildnis aufbauen werden. Wie ich das finde? Seltsam. Und das, obwohl wir uns bewusst für’s Kinderbekommen entschieden haben. Jetzt. Obwohl wir beide schon in Australien, Haiti, Burkina Faso und Thailand gewesen, den Jakobsweg gepilgert oder drei Wochen durch Portugal gereist sind.

Prima war’s in den Hostels dieser Welt…

Diese Gedanken zählen zu der Kategorie an Überlegungen, die ich – raten Sie mal – vor der Schwangerschaft durchaus angestellt habe. Mich hat der Gedanke, die kommenden Urlaube an wechselnden Nord- und Ostseestränden zu verbringen vor einem halben Jahr nicht sonderlich befremdet. Jetzt ist er ein bisschen komisch. Vielleicht, weil es ein kleiner Abschied ist, weil es realer wird.

Statt Flügen nach New York googlen wir jetzt nach Kinderwagen. Das ist schön. Genauso schön, wie zuvor die Möglichkeit gehabt zu haben, ein paar Ausschnitte dieser Welt kennenlernen zu dürfen, zu studieren (lange zu studieren), zu arbeiten und nächtelang um die Häuser zu ziehen.

Andere Abenteuer

Mir war es immer wichtig, mich erst dann wirklich für Kinder zu entscheiden, wenn ich nicht mehr das Gefühl habe, dass es mich jetzt teuer zu stehen kommt, wenn ich nicht mehr so frei bin in dem, was ich tun und lassen möchte. Und natürlich, wenn ich den richtigen Menschen dazu an meiner Seite weiß. Ein klitzekleines bißchen seltsam ist der Gedanke trotzdem. Aber das ist ok. Vermutlich warten auf uns jetzt andere Abenteuer, die eine Busfahrt durch Sahara-Ausläufer und Floßfahrten in Asien blass aussehen lassen.

Letzter Urlaub ohne Bauch.

Vielleicht ist es tatsächlich das Beste, Elternwerden so anzugehen, wie ich es in einem Kommentar neulich gelesen habe. Man macht es wie beim Backpacking, kümmert sich um das Notwendige und lässt sich dann ein bisschen treiben, lebt erstmal Tag für Tag und schaut, was die Reise bringt, improvisiert, ändert Pläne und verlässt sich auf sein Bauchgefühl. Ich wünsche mir, dass ich das mit unseren Kindern auch kann.

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