Wie die Zwillbos zu uns kamen – des Geburtsberichts erster Teil

Es begab sich aber zu der Zeit, dass eine Zwillingsschwangere kurz vorm Platzen war und jedermann ging… so ein Quatsch, wir gingen – besser gesagt wir fuhren – eines Hochsommermorgens in ein Krankenhaus in Mittelerde, umgeben von grünen Hügeln und Tälern und einer Großbaustelle mit roten Ampeln. Doch eigentlich war alles ganz anders geplant. 

Zwillingsschwangere kurz vorm Platzen.

Einige Wochen vor ihrer Geburt hatten die Zwillbos entschieden, per Kaiserschnitt das Licht der Welt zu erblicken. Pepe hat es sich um die 32. Woche herum mit dem Popo auf meinem Becken bequem gemacht, den Stress, sich stundenlang von Wehen durch den Geburtskanal drücken zu lassen, wollte sich mein Erstgeborener offensichtlich nicht antun. Sein jüngerer Bruder, der im oberen Teil der Gebärmutter zuhause war, hat sich eh bis kurz vor der Entbindung je nach eigenem Belieben gedreht und gewunden und hatte vor der OP eine ähnliche Position wie sein Bruder eingenommen. Für mich war das alles mehr als okay. Ich hab meinen Frieden mit dieser Art der Geburt und ehrlich gesagt hatte ich auch ziemliche Angst vor der natürlichen Entbindung zweier Kinder. 

Um der Niederkunft dennoch einen Anstrich von Natürlichkeit zu verleihen, hatte ich mich dazu entschlossen auf Geburtsanzeichen zu warten – sprich Wehen oder Blasensprung. Und so wartete ich. Und wartete und wartete. Bei zunehmender Unbeweglichkeit und etwas 38 Grad im Schatten. Gefühlt. 

Letzte Skizze, letzte Gewichtsschätzung.

Vier Tage vor der Geburt schleppte ich mich zum Arzt, der hellauf begeistert war, die Zwillbos und mich nach seinem dreiwöchigen Urlaub noch vollzählig in meinem Körper versammelt zu sehen. Doch er sprach auch mahnende Worte. Bislang sei alles so gut gelaufen, sehr viel länger sollten wir unser Glück nicht strapazieren. Und meinen Körper. Unter Umständen [haha] sei die Gebärmutter auch schon zu stark gedehnt für effektive Wehen, schließlich befand ich mich bereits in der 38. Woche und gemeinsam brachten die Jungs bereits mehr als fünfeinhalb Kilo auf die Waage. Und auch das Zwillingsmutterschiff war erschöpft und wollte einfach nicht länger durchhalten.

 Also vereinbarten wir kurzerhand einen OP-Termin in dem Krankenhaus unserer Wahl. Angemeldet waren wir dort bereits, deshalb ging das überraschenderweise fix und telefonisch. Am Donnerstagmorgen sollte es soweit sein. Nüchtern bitteschön um 7 Uhr morgens antreten zur Entbindung. Jawoll. Doch damit sollte das letzte Wort über den Geburtstermin noch nicht gesprochen sein. 

Aufgeregt waren wir, der Zwillbo-Papa und ich. Jede, die einen geplanten Kaiserschnitt hatte, wird das verrückte Gefühl kennen, zu wissen, dass man an Tag xy definitiv Mutter wird. Doch so sollte es nicht kommen. Am Nachmittag vor dem Termin klingelte im Zwillbo-Hauptquartier das Telefon. Ich putzte gerade ein letztes Mal im Walfisch-Modus das Badezimmer. Die Oberärztin war am Apparat, ob wir den Termin um einen Tag verschieben könnten, es sei ein Notfall dazwischen gekommen [das sollten wir noch öfter hören, bis wir unsere Kinder endlich bei uns hatten]. Was tut eine Schwangere in so einem Moment der Anspannung, Verwirrung und Überforderung? Richtig, in Tränen ausbrechen, sich wieder sammeln und zustimmen. 

Also ein weiterer Tag mit riesigem Bauch, Wassereis und Ventilatorluft. Also noch einmal die Zeit nutzen zum Haare färben, Pizza bestellen und Serien gucken. Seine Kinder übermorgen bei sich zu wissen – das war verrückt, aufregend und irgendwie unvorstellbar.

Fortsetzung folgt…

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. dashuhn85 sagt:

    Na super und nun lässt du uns warten und spannst uns auf die folter…. Fiese! 😃

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    1. doppelkinder sagt:

      Na, das Endergebnis kennst du ja😉😉😉

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  2. Bin schon sooo gespannt wies weitergeht 😀

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  3. Mama Motte sagt:

    Bin sehr gespannt wie es weitergeht. Ich habe meine Zwillinge ja gerade erst im Juli auf natürlichem Weg geboren und hatte – anders als Du – eher Angst vor einem Kaiserschnitt. Daher finde ich es umso interessanter nun mal die andere Seite zu lesen…

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    1. doppelkinder sagt:

      Dann verrate ich dir jetzt auch nichts 😃 hab totalen Respekt vor einer natürlichen Geburt – und dann auch noch im Doppelpack! Liebe Grüße!

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