Schübe – wenn das Betriebssystem des Babys überholt wird

Bevor ich Mama geworden bin wusste ich gar nicht, dass es sie gibt.
[Und bevor mich bei Instagram angemeldet habe.] Schübe. Oder auch Sprünge. Ich dachte, so ein Baby, das bekommt man halt, es wächst, gedeiht, lernt und entwickelt sich, und dabei lächelt es die Mama immer hübsch an. Oder zumindest meistens. Für mich existierten bislang nur Wachstumsschübe, in denen die Körperzellen der kleinen Menschen expandieren.

Kostenloses Update

Doch wird in der Zeit des Heranwachsens auch offenbar regelmäßig die Festplatte der Kinder neu bespielt. In gewissen Lebenswochen gibt es kostenlose Updates, die sich die kleinen Wesen eigenständig herunterladen – woher auch immer. Das Baby bleibt dabei zwar komplett in Betrieb. Doch so ganz spurlos geht der Programmiervorgang nicht vonstatten. Zumindest nicht bei unseren Modellen und deren Betriebssystemen.

Update wird im Hintergrund installiert.

Zum Beispiel ist in dieser Zeit der Ruhemodus gestört bis vollständig fehlerhaft. Die Babys lassen sich dann sehr viel schlechter als gewöhnlich auf Standby schalten, der Akku lädt nicht so gut wie sonst, und zuweilen wechselt das Kind – in unserem Fall die Kinder – wiederholt nachts außerplanmäßig in die volle Funktionstätigkeit.

Lautstärke außer Kontrolle

Dabei zeigt sich häufig ein weiteres Problem des während der Schübe sehr viel störanfälligeren neuen Menschen. Der Lautstärkeregler scheint dann vollkommen außer Kontrolle geraten zu sein. Die Stimme des Babys ertönt nun wesentlich häufiger in voller Dezibelzahl – leider ohne das Hörvermögen der Eltern zu deren Schutz vorübergehend down zu graden.

Wie lange es insgesamt dauert, bis die aktualisierte Version installiert, bereits vorhandene Fähigkeiten verbessert und neue Features verfügbar sind, gehört offenbar zum Betriebsgeheimnis des Programmierers. Empirische Erhebungen haben nur ungefähre Zeiträume ergeben, während derer die Updates verfügbar sind.

Mehraufwand bei der Mutter

Da während des Aktualisierungszeitraums große Datenmengen transferiert werden, kann der Energieverbrauch des Kindes deutlich erhöht sein. Das äußert sich insbesondere dadurch, dass es in wesentlich stärkerer Frequenz den Anschluss an seine Energiequelle fordert. Der Mehraufwand wird meist der stillenden Mutter in Rechnung gestellt.

Leider mangelt es der zuständigen Softwarefirma an einem kundenfreundlichen Support. Weder eine Service-Hotline noch eine Email-Beratung sind im Lieferumfang enthalten. Für den möglichst reibungslosen Familienalltag während dieser Zeit sind die Eltern des Kindes allein zuständig. Auch gegen Aufpreis ist meines Wissens kein verbesserter Prozess buchbar. Schade.

 

16 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .