Schlaft Kindchen, schlaft!

Ich absolviere seit fünf Monaten eine freiwillige Weiterbildung zur professionellen Einschlafbegleiterin. Für diese Vollzeitschulung wurden mir zwei Ausbilder an die Seite gestellt, die gleichsam als Probanden fungieren. Ich muss bei der Buchung allerdings versehentlich in den Fortgeschrittenenkursus geraten sein – und das ohne großartige Vorkenntnisse.

Beliebtes Hilfsmittel für den Tagschlaf: das Mulltuch.

Teil der Ausbildung sind Bereiche wie das Hochleistungsschuckeln im Wiegeschritt. Für die rhythmischen Bewegungen empfiehlt es sich dringend, halbwegs intakte Kniegelenke zu haben. Ferner ist es von Vorteil, über eine gut vorgebildete Schulter- und Armmuskulatur zu verfügen, da die Probanden im Verlauf der Ausbildung deutlich an Gewicht zunehmen. Gut kombinierbar ist diese Einschläfertechnik mit Summ- und Brummgeräuschen jeder Art. An motivationsschwächeren Tagen besteht die Möglichkeit, die Bewegungen mithilfe eines Gymnastikballs auszuführen. Das schont die Knie und stärkt den Beckenboden.

In weiteren Lernabschnitten werden schließlich Fertigkeiten wie das Streicheln von Stirn und Wange mit gleichzeitigem Festhalten des Schnullers erprobt. Die Kursteilnehmer sind dazu angehalten, sich individuelle Zischlaute aus der Klangfamilie des Shhhhhhhhhhhhhhhhhs anzueignen und darüber hinaus Basiskenntnisse im Bereich Schlaf- und Kinderlieder. 

Technikaffine Einschlafassistenten belegen begleitend das Zusatzmodul „Apps und elektronische Geräusche“. Dieses gewährt Einblick in die Bereiche der künstlichen, smartphonegesteuerten Geräuschkulissen (weißes Rauschen, Passagierflugzeuginnenraumgeräusche, etc.) sowie der Klänge, die in deutschen Durchschnittshaushalten mittels diverser Elektronikgeräte zu erzeugen sind (Fön, Trockner, Wasserkocher o.ä.).

Ziel der Ausbildung ist das sichere in den Schlafbringen von einem und mehr Babys und Kleinkindern ungeachtet der Tages- oder Nachtzeit.

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