Warum ich momentan morgens schon Ben & Jerry’s* essen könnte…

…aber nicht dazu komme: Es begann mit einem Räuspern. Aus der Kehle von Zwillbo Zwo. „Was war das?“ fragte ich mich. Sicherlich hatte sich das Kind nur beim Spuckebläschen Produzieren verschluckt, versuchte ich mir zu sagen, doch irgendwie ahnte ich schon: So einfach würden wir nicht davonkommen. Bis zum nächsten Morgen wurde aus dem kleinen Frosch im Hals ein ausgewachsener Husten, wie ich ihn bei den Erkältungen der Jungs bislang nicht erlebt habe. 

Weil gerade gefühlt jedes zweite Baby, das wir kennen, mit schlimmem Infekt in die Kinderklinik muss, machten Zwillbo Zwo [Mads] und ich uns am Samstag auf in die Ambulanz. Die Tante hatte Dienst und warf mal schnell einen prüfenden Blick und ein aufmerksames Ohr auf das Kind. Soweit alles gut. Feuchte Handtücher auf die Heizung legen, Nasentropfen geben, viel trinken lassen – insbesondere letzteres ist zumindest nachts für Mads überhaupt kein Problem. 

Dann kam der Sonntag. Und das Fieber. Die gute Laune des kleinen Zwillbos schwand. Er wachte keuchend und weinend auf, ich mit einem unguten Gefühl im Magen, überlegend, was von der unfassbaren gesunden Ernährung, die aktuell [nicht] auf meinem Speiseplan steht, seinen Zenit überschritten haben könnte. Zu vielen weiteren Überlegungen kam ich an dem Tag nicht. Der Zwillbo-Papa hielt die Stellung, ich verbrachte viel Zeit im Bad, abends schaffte ich es immerhin, wieder Flüssigkeit bei mir zu behalten. Also stürzte ich mich wieder ins Rennen – was bleibt einem als Eltern auch anderes übrig? 

Der Montag dümpelte vor sich hin, ich fühlte mich zwar, als seien meine Gliedmaßen aus Gummi, doch es reichte, um das immer stärker hustende Kind und seinen Bruder zu bespaßen. „Eine einigermaßen erholsame Nacht, dann läufts wieder“, dachte ich mir. Die Hoffnung starb um 23 Uhr, als Zwillbo Eins seine erste Hustenattacke bekam und der Zwillbo-Papa seine Endlosschleife zwischen Bett und Bad begann. Es war der blanke Horror. Die Nacht endete für mich auf einer Matratze im Wohnzimmer unter den Federwiegen, ein Baby wippend, das andere im Arm. 

Zwar war der Magen des Mannes am nächsten Tag wieder weitgehend arbeitswillig, aber obendrein hatte er sich eine Erkältung eingefangen. Kurze Zwischenbilanz: Wir sind bei zwei verschnupften und hustenden Babys, zwei rekonvaleszenten Erwachsenen, von denen einer schon wieder auf dem Sprung zum nächsten Infekt ist. 

Mittwochmorgen schmissen wir das erste Mal das geborgte Inhaliergerät an – drei Mal täglich mit zwei Säuglingen an die Nebelmaschine, dass das ein unfassbares Vergnügen für alle Beteiligten ist, kann man sich wohl vorstellen. 

Gesamtsituation: zum Brüllen.

Donnerstag waren wir zur U5 bei der neuen Kinderärztin, die bestätigte: spastische Bronchtis. Juchuh. Unterdessen war auch der Mann richtig erkältet und ich schon hochgradig angenervt von der Gesamtsituation, schließlich hatten wir erst ein lautstarkes Zahnungswochenende hinter uns. Freitag merkte ich dann, dass es mir eigentlich auch gar nicht so gut geht, Kopf, Hals, Nase – alles nicht, wie es sein soll. Ich rief den Kriegszustand aus und erwarb hochdosiertes Vitamin C, Thymiankapseln und Tee für starke Nerven. Das alles konsumiere ich seitdem in rauen Mengen. Meine Erkältung halte ich damit einigermaßen in Schach, aber ich bin ganz schlapp. Schlapp an Körper und Geist, denn die vergangene Woche zehrt an uns, nagt an unserer Geduld und an der guten Stimmung. Abends treffen der Mann und ich uns kurz auf der Couch, ermutigen und entschuldigen uns – je nach dem… 

Mads ist zum Glück schon auf dem Wege der Besserung. Es kommt nur noch selten vor, dass er bei einem nächtlichen Hustenanfall so doll würgen muss, dass sich sein gesamter Mageninhalt schwallartig auf mich und das Bett ergießt [beim letzten Mal kam es so unvorbereitet, dass ich mein Gesicht leider nicht schnell genug aus dem Weg schaffen konnte]. Sein Bruder hat wohl den Höhepunkt des Infekts erreicht und macht seinem Unmut von morgens bis abends lautstark Luft – sofern er selbige bekommt. Das lässt uns arg mitleiden, aber es reißt auch riesige Löcher in mein ohnehin sehr angerautes Nervenkostüm. Deshalb ist mir morgens schon nach Schokolade. Am besten in Eisform. 

 

Schickt mir Hilfe. Oder Eiscreme.
 
Doch weil ich gerade sehr oft ein unzufriedenes, krankes Kind durch die Gegend schleppe, bleibt es zumeist beim sehnsuchtsvollen Gedanken an das Gefrierfach…

*Das ist übrigens keine Schleichwerbung. Bislang musste ich meinen Eiskonsum immer komplett selbst finanzieren.

9 Kommentare Gib deinen ab

  1. melverenice sagt:

    Bislang! Ich hoffe das ändert sich bald! Ausserdem wünsche ich gute Besserung an alle Beteiligten des fröhlichen Infektreigens. Und euch beiden Erwachsenen dazu noch etwas mehr Kraft als gerade benötigt wird. Fühlt euch gedrückt.

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    1. doppelkinder sagt:

      Vielen Dank! 😘

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  2. dashuhn85 sagt:

    Oh nein. Gute Besserung euch. Aber auch wir werden unserer kiä morgen mal wieder einen besuch abstatten. MisterM klingt auch ganz ganz ungut beim husten plus fieber. Na denn…

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    1. doppelkinder sagt:

      Vielen Dank! Auf dass es bei euch auch schnell besser wird!

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      1. dashuhn85 sagt:

        Danke… Wir haben heute ziemlich erfolglos versucht mit den minis zu inhalieren. Doof wenn sie schon so ihren eigenen kopf haben 😀

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      2. doppelkinder sagt:

        Oh, das war hier auch ätzend – und ich glaube, es wird nicht leichter!

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  3. zwillingerig sagt:

    Gute Besserung! Ich hab auch eine kleine Husten-Würgerin zuhause. Ich kenne also das Gefühl, wenn man genau weiß, dass es gleich warm und feucht wird. Und sie trifft immer und ausschließlich MICH! Da lohnt es sich auch, dass sie schon sprechen kann und nach dem erleichternden Schwall fröhlich ruft: „L. Mama anspuckt!“. Suuuuuper 😉

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    1. doppelkinder sagt:

      Danke, gleichfalls! Und: Deckung!

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