Rezension & Verlosung: “Small World” von Anne Geddes | PP

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Als der Taschen-Verlag mich um die Rezension des Jubiläums-Bildbands “Small World” von Anne Geddes bat, war ich zunächst skeptisch. Ich war mir nicht sicher, ob die Fotografien der Neuseeländerin zu meinem Blog passen würden. Die Babies in Blumentöpfen sind niedlich – keine Frage – aber hat sie nicht jeder von uns schon unzählige Male gesehen? Als ich jedoch die ersten Motive des Buchs sah, die beispielsweise Schwangere in sehr ästhetischer, natürlicher Weise darstellen, bin ich neugierig geworden. Und nach tieferen Blicken in das 238 Seiten starke Werk muss ich gestehen: Ich kannte die Arbeit der Fotografin bislang bestenfalls oberflächlich.

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Julia, 39. Schwangerschaftswoche, Alisha, 38. Schwangerschaftswoche. Foto: Anne Geddes

Wusstet ihr, wie sie die Kinder- und Familienfotografie revolutioniert hat? Kennt ihr die Bilder von Geschwistern, von alten Menschen gemeinsam mit Neugeborenen, die auf jegliche Requisite verzichten, außer das Leben selbst, umhüllt mit wenigen Tüchern? War euch bekannt, das Anne Geddes 1992 den Geddes Philanthropic Trust gegründet hat, der weltweit mit beträchtlichen Summen den Kampf gegen Kindesmisshandlung und Verwahrlosung unterstützt? Ich wusste das alles nicht. Während ihrer 30-jährigen Arbeit auf dem Gebiet der Fotografie von Schwangerschaft und Kindheit ist ein umfangreiches Archiv herangewachsen, das die Fotografin für “Small World” geöffnet hat.

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Holly, elf Tage alt. Foto: Anne Geddes

Zwar erzählt das dreisprachige Buch auch mit Worten vom Werk der 60-Jährigen. Doch sprechen die Fotografien ihre eigene Sprache. Und die ist stark und ausgewogen zugleich. Es gibt Niedliches ebenso wie Natürliches. Denn wir alle kennen sie, insbesondere aus den sozialen Netzwerken: geglättete, vielfach bearbeitete Bilder von Babybauch-Shootings. Aber Geddes inszeniert beispielsweise auch die Körper von Frauen, die von der Schwangerschaft mehr zeigen als nur gerundete Bäuche. Dehnungsstreifen, aus der Form geratene Bauchnabel – eben durch das neue Leben veränderte Körper. Doch sie sind alle ästhetisch und können so die Erwartungshaltung an Schwangere, einem bestimmten Ideal entsprechen zu müssen, korrigieren.

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Sarah, im achten Monat der Schwangerschaft. Foto: Anne Geddes

Geddes inszeniert Neugeborene, umfangen von Gelb- und Orangetönen, so natürlich, dass man auf das Alter der Kinder schauen muss, um sich zu vergewissern, dass es sich dabei tatsächlich um bereits geborene Babys handelt. Bilder ihrer Geschwisterfotografien zeigen keineswegs nur geduldige, stillsitzende Mädchen und Jungen. Sie zeigen auch Tränen und Unmut, sind dabei jedoch nie respektlos. Der Bildband schließt mit einem Bild, das mir persönlich mit am besten gefällt: eine betagte Frau mit wachem Blick hält ein schlafendes Baby in ihren Armen – der Kreis schließt sich.

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Bella, fünf Wochen alt. Foto: Anne Geddes

Zum Muttertag darf  ich nun ein Exemplar des eindrucksvollen Bildbands verlosen. Schreibt mir einfach bis zum 14. Mai, 20 Uhr, in die Kommentare, was ihr früher euren Müttern zum Muttertag geschenkt habt – bei mir waren es meist Gutscheine über zehn Mal die Küche fegen!

DIESE VERLOSUNG IST LEIDER ABGELAUFEN!

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Buchcover: Anne Geddes/Taschen-Verlag

Anne Geddes. Small World

Anne Geddes, Holly Stuart Hughes
Hardcover mit Aufkleber, 29 x 37,4 cm, 238 Seiten

ISBN 978-3-8365-1947-2
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

ISBN 978-3-8365-6556-1
Mehrsprachige Ausgabe: Italienisch, Portugiesisch, Spanisch

23 Comments

  1. Ich habe meiner Mama als Kind immer Frühstück gemacht, habe ihr Blumen gepflückt und als ich ausgezogen war, habe ich ihr ein Wellnesswochenende geschenkt.

    Nun ist meine Mama leider zum 2. mal an Krebs erkrankt 😔, hängt mitten in der 2. Chemotherapiephase und ich weiß nicht, ob es der letzte Muttertag ist, den sie hier auf Erden erleben darf 😢!

    Ich schenke ihr dieses Jahr Zeit mit mir und ihren geliebten Enkelkindern und ein Abo einer christlichen Zeitschrift, “Aufatmen”, mit einer Musik-CD, zum Thema “Zur Ruhe kommen”, denn das braucht sie gerade dringend…!

    1. Oh, wie schön und wie traurig. Chemo ist so furchtbar! Ich wünsche dir, deiner Mama und deiner ganzen Familie ganz, ganz viel Kraft, viele wunderbare Momente und den nötigen Frieden, um ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Alles Liebe!

  2. Als Kinder hat unser Vater meine Schwester und mich immer mit in den Wald genommen und wir haben Maiglöckchen gepflückt. Anschließend wurde ein Frühstück vorbereitet. Später haben meine Schwester und ich oftmals einen besonderen Kuchen gebacken. Der mal mehr, mal weniger gut gelungen ist 😉
    An dieser Tradition hat sich bis heute nichts geändert, außer, dass die Familie inzwischen Größer geworden ist und somit auch die Kaffeetafel. Teure Geschenke haben zu Muttertag bei uns nie eine Rolle gespielt. Etwas selbst gemachtes und gemeinsam verbrachte Zeit haben diesen Tag immer zu etwas besonderem gemacht.
    Liebe Grüße und einen schönen Muttertag

  3. Meine Schwester und ich haben unserer Mama früher meistens ein Frühstück im Bett und selbstgepflückte Blumen geschenkt – später habe ich dann Gedichte geschrieben 😂 Heute gibt es Blümchen (gekaufte – wobei, jetzt mit Kleinkindern könnte man doch auch wieder selber pflücken?) und eine Einladung zum Essen ❤
    Ps: Das Buch interessiert mich total, ich bin Anne Geddes Fan seit ich denken kann 😍

  4. Ich habe früher immer was gebastelt oder gemalt. Meistens eine schöne Karte mit Herzen oder Blumen 🌺
    Wir haben immer mit Schwester konkurriert wer das schönere Geschenk hat…meistens sie, da sie in solchen Sachen mehr Begabung hatte

  5. Ich würde hier jetzt sooo gerne schreiben, dass ich meiner Mama Frühstück gemacht Blumen gepflückt habe, aber wenn ich Ehrlich sein, hab ich keine Ahnung :D Gewinnen möchte ich trotzem :)

  6. Wir haben früher immer etwas gemalt und dann groß Mama drauf geschrieben. Einmal haben wir im Kindergarten auch unsere Handabdrücke in Salzteig gemacht und dann bemalt. Die hingen sehr lange bei uns in der Küche und meinen habe ich jetzt immer noch!

  7. Was habe ich meiner Mama zum Muttertag geschenkt? Also tatsächlich waren es meistens “sinnvolle” Gutscheine á la “Einmal Staub wischen” oder “Einmal Spülmaschine ausräumen” Die Betonung auf einmal war da natürlich besonders wichtig ;-)
    In späteren Jahren wurde es dann oft Lieblingsschokolade, Blumen oder Dekoartikel. Letztere leben auch tatsächlich noch.. an eingelöste Gutscheine kann ich mich aber nicht erinnern :-D

  8. Oh wie toll da hüpfe ich gerne mit in den Lostopf. Ich glaube ich bin auch die klassische Tochter von anfangs selbstgebastelten über (niemals eingelöste ) Gutscheine. Heute war meine Mama bei uns zu Essen. Ein schönes Gefühl meine Mama, die verwitet ist, ein liebevolles Gefühl der geliebten Oma und Mama zu geben. Kostet nix und bringt meine Kinder und Ihr besonders Freude. Was will man also mehr? Am eigenen Muttertag glücklich zu sein weil man selbst Liebe und Glück geschenkt hat. Achja und die Weltbeste Schwiegermutter war am Nachmittag dran mit Kaffee und selbstgemachte Erdbeerrolle

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