Ich bin jetzt extragut zu mir – meine Challenge für mehr Selbstliebe

Das darfst Du nicht persönlich nehmen. Das ist nicht so gemeint. Da musst Du drüber stehen. Autonomiephase ist kein Wattepusten. Den eigenen Willen stärken, Konflikte üben, Abgrenzung. Hmmmmm. Hab ich alles gelesen. In der Theorie bin ich die Gelassenheit und Drüberständigkeit in Person. In der Praxis bin ich gerade eher ständig drüber. Leider mache ich mir aber mein Mama-Leben obendrein oft noch schwerer als es ohnehin schon ist, Stichwort Selbstliebe. Aber dazu später mehr.

Oft kann ich es emotional gut abfedern, wenn eines meiner Kleinkinder mich haut, anbrüllt oder ausflippt, weil ich nicht in Sekundenbruchteilen auf sein Anliegen reagiere. Oft. Derzeit nicht. Derzeit trifft es mich meist mitten ins Herz, auch wenn eine kleine Faust eigentlich nur gegen meine Schulter prallt. Dann fühle ich mich traurig, verletzt und wütend.

Selbstliebe, angestaubt.

Gerade verwirrt es mich, nach fast dreieinhalb Jahren Familienbett und Einschlafbegleitung abends aus dem Zimmer geschickt zu werden. Von jetzt auf gleich kommt in diesen Tagen plötzlich kein kleiner Mensch mehr in mein Bett gekrabbelt. Vermutlich bleibt es noch nicht einmal so, aber zum jetzigen Zeitpunkt macht das was mit mir. Nichts, was ich den Kindern vorwerfe, schließlich bin ich größte Unterstützerin ihrer Unabhängigkeit – ich hab ja gelesen und reflektiert und so.

Derzeit macht irgendwie die Summe der Belastung den Speck madig. Du sollst weggehen. Ich will nicht zu Dir, ich will zu Papa. Du bist doof. An guten Tagen stecke ich das weg. Wenn ich müde, erschöpft, erkältet oder ein PMS-Opfer bin, werde ich unsicher. Meine seelischen Interkontinentalplatten driften auseinander. Meine Zuversicht und mein Selbstvertrauen machen sich davon wie Fremde, die mich nie gekannt haben.

Zweifel und Selbstkritik

Sie machen Platz für Zweifel und gnadenlose Selbstkritik. Vielleicht bin ich nicht präsent genug? Vielleicht spiele ich nicht genug mit ihnen? Vielleicht zeige ich nicht genug Interesse an ihnen? Vielleicht reagiere ich nicht richtig auf ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten?

Dann arbeitet es in mir, dann zerfrisst es mich, dann fühle ich mich über alle Maßen verantwortlich und unfähig zugleich. Durch die Löcher, die die Selbstzweifel, die Erschöpfung und die Müdigkeit fressen, schlüpft ein alter Bekannter mit seinem unflätigen Verhalten hinein, den ich eigentlich ganz gut in Schach gehalten glaubte: mein innerer Kritiker. Kennst Du ihn und seinen Kumpel, den Antreiber? Falls nicht, stelle ich sie Dir gleich näher vor. Doch zoomen wir einmal kurz heraus aus meinem Alltagswahnsinn:

Kenne ich mich aus mit Kindern? Nein! Ich praktiziere hier als Mutter Lernen am Modell! Ich bin dankbar für jedes Buch und jeden Artikel, der jemals über Attachment Parenting und bindungsorientierte Erziehung geschrieben worden ist. Wirklich. Denn so kann ich vermutlich oftmals gut mit dem entwicklungsbedingten Verhalten meiner Kinder umgehen. Dank dieser Literatur sträubt sich in mir alles dagegen, von Trotzverhalten zu schreiben. Weil der Begriff dem einfach nicht gerecht wird. Gleichwohl hat all das Wissen für mich auch eine Schattenseite. Und die heißt Selbstanspruch.

Zwei, die sich kümmern. Um’s Chaos.

Wissen ist Theorie. Erfahrungen und Persönlichkeit sind Praxis. Und irgendwo dazwischen passiert die Realität. Nun bin ich mit einem hohen Anspruch an mich selbst ausgestattet worden. Von wem auch immer. So wie sehr, sehr viele Menschen. So wie sehr, sehr viele Frauen. Wir verlangen tagtäglich Übermenschliches von uns – nichts Geringeres, drunter machen wir es nicht – ohne es meistens selbst zu bemerken.

Ganz automatisch stellt mein innerer Antreiber, der die Peitsche kreisen lässt wie der Aufseher auf einer Galeere, einen solch gebirgshohen Anspruch an meine Fähigkeiten als Mutter, dass ich zwischen Frühstück falsch servieren, Schuhe blöd anziehen und kindlichem Wunsch nach Selbstbestimmung eigentlich nur scheitern kann. Und scheitere. Und mich selbst dafür abwerte. Denn dann gesellt sich zu der Stimme des Antreibers mit seinem „Komm, mach schon“-Offizierston die des gnadenlosen Richters. Hallo, innerer Kritiker!

Vieles ist Prägung

Warum das geschieht? Weil es so drin ist in mir. Weil es so drin ist in uns. Wie dieses Persönlichkeitsanteile zu uns gelangt sind und was sie eigentlich von uns möchten ist eine andere Geschichte. Unglücklicherweise haben sie bei mir – und bei sehr vielen anderen Menschen – die Neigung, in anstrengenden Zeiten noch grausamer zu werden.

Nix hinfallen, Krone richten, aufstehen. Hinfallen, nachtreten, Krone zertrümmern, Schimpftiraden ablassen, sich umdrehen und das Häufchen Elend hilflos, verletzt und traurig zurücklassen.

Jetzt mal ganz ehrlich: Wie viele von uns kennen das? In Momenten, in denen wir uns selbst eigentlich die allerbeste Freundin sein sollten, hacken wir noch auf uns herum. Anstatt wohlwollend zu sein, gießen wir Öl ins Feuer und sprechen im stillen, sekundenschnellen Selbstgespräch vernichtende Worte zu uns selbst. Die nicht ohne Wirkung bleiben. Oder woher kommt wohl der Schmerz, den solche inneren Monologe hervorrufen? Den fügen WIR uns zu.

Liebe ist alles
Extraportion für mich selbst.

Ich schließe jetzt, genau in diesem Moment, in dem ich traurig, verwirrt und unzufrieden bin, die Augen. Ich strecke mir selbst die Hand hin und sage: „Komm, steh auf, Schwester!“ Ich helfe mir auf die Beine, klopfe mir den Staub von der Kleidung, nehme mich fest in den Arm und sage: „Du bist gut. Du bist gut genug. Du machst einen Wahnsinnsjob. Du gibst alles, was Du zu geben hast und noch viel mehr. Komm, wir machen zusammen weiter. Wir schaffen das!“

Es ist verdammt anstrengend, in solchen Zeiten anders mit sich selbst zu sprechen und zu üben, besser mit sich umzugehen. Aber ich will es tun. Von jetzt an. Für die letzten 42 Tage des Jahres werde ich in beschissenen Situationen nicht noch eine Schüppe Kacke extra obendrauf legen (sorry Leute, aber so ist es doch!). Im Gegenteil: Wenn ich bemerke, dass ich mies zu mir bin, werde ich EXTRA gut zu mir sein. Ich werde mich vor mir selbst in Schutz nehmen, ich werde die Perspektive einer Freundin einnehmen, die mich liebt und unterstützt und freundliche Wort zu mir sprechen. Denn ich habe es verdient! DU hast es verdient!

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Hast Du Lust? Ich bin mir sicher, dass wir so wahnsinnig gestärkt und mit randvollem Herzen ins neue Jahr starten können!

SEI EXTRAGUT ZU DIR!

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