Familienbett, Kinderzimmer, durchschlafen

Schlafen die Kinder im Kinderzimmer? Nur wenn ich das auch tue…

Irgendwann hat sich zwischen dem Mann und mir die Kommunikation geändert. Wir fragten einander nicht mehr „Wie hast du geschlafen?“, sondern „Wie war deine Nacht?“ – in der Regel mit vorsichtigem Unterton. So als würde man sich im Winter zaghaft auf sehr dünnem Eis bewegen.

Denn die Nächte mit Zwillingsbabys waren halt erstmal irgendwie. Schlaf war irgendwann ungefähr so ein sensibles Thema wie Fleischverzehr bei militanten Vegetariern. Ich darf das schreiben, ich bin selbst einer. Zumindest, wenn ich nicht gerade hormongesteuert bin.

Durchschlafen? Wie geht das nochmal.

Wir wachten irgendwie mehr als dass wir schliefen. Lange Zeit. Und jetzt? Jetzt sind die Zwillinge bald vier Jahre alt. Ich hab vergessen, nach welchen Maßstäben ermessen wird, ob Kinder durchschlafen. Sie schlafen eben. Manchmal viele Stunden am Stück. Manchmal müssen sie nachts im 30-Minuten-Takt Wasser trinken. Manchmal muss ich Monster verjagen oder böse Träume wegpusten.

Manchmal habe ich Füße im Rücken oder Hände im Gesicht. Manchmal nuschelt jemand warm-verschlafen „Mama, kuscheln…“ in mein Ohr und hievt sich mit keine Ahnung wie viel Lebendgewicht auf meinen Brustkorb. Mama, kuscheln eben.

Die Jungs und ich schlafen im großen Bett

Ich bin nachts nicht auf Wanderschaft. Ich bin es nie gewesen – von der Wanderschaft mit schreienden Babys auf dem Arm mal abgesehen. Warum? Weil die Jungs bei mir schlafen. Oder einer von uns bei ihnen. Finden sie gut. Und wir offenbar irgendwie auch. Zumindest finden wir es so, dass wir gut damit leben können.

Meistens schlafe ich im großen Bett zwischen ihnen. Wie kurz nach der Babyzeit. Einer links, einer rechts [keinen fallen lassen]. Als ich einem der Söhne neulich erklärt habe, dass es in vielen Familien so ist, dass die Kinder im Kinderzimmer schlafen und die Eltern zusammen im Schlafzimmer fand er das ziemlich ungerecht. Warum, bitte, sollte nicht jeder bei Mama schlafen wollen und dürfen?! …von ihm aus auch mal bei Papa, der tut’s auch.

Das Familienbett: Mein Platz ist dazwischen, da wo keiner ist.
… der Papa alleine im Kinderzimmer

Der Papa schläft meistens allein. Weil er sehr laut schnarchen kann. Sollten wir jemals in der Wildnis überleben müssen, werden wir auf diese Kernkompetenz zurückgreifen, um Raubtiere abzuhalten. Hier in der Zivilisation stört es eher meinen ohnehin leichten Schlaf. Außerdem steht der Mann in aller Herrgottsfrühe auf und verlässt das Haus, um arbeiten zu gehen. Das soll er lieber tun, ohne uns zu wecken.

Wenn der Mann allerdings die Jungs zur Kita bringt, übernimmt er den Nachtdienst und mümmelt sich auf eine Matratze ins Kinderzimmer. Wenn ich mich dort hinmümmele, komme ich derzeit kaum noch hoch. Schwangerschaft und Schwerkraft arbeiten eben Hand in Hand.

Außerdem landen nachts, wie von Mama-magnetischer Kraft gesteuert, meistens zwei Kinder auf der 90-Zentimeter-Matratze. Logischerweise nur, wenn ich darauf liege. Und 90 Zentimeter zu dritt sind schon echt sportlich. Das sollte man nur dann öfter tun, wenn man einen guten Physiotherapeuten in der Familie hat oder ein Schlangenmensch ist.

„Niemals schläft man so ganz“

So schlafen wir also irgendwie verteilt. In manchen Nächten durcher als in anderen. Doch wie sagt ein altes Eltern-Sprichwort? Niemals schläft man so ganz. Erst recht nicht, wenn sich das neueste heranwachsende Familienmitglied auf Kosten der Blasenkapazität im Bauch breit macht.

Ich bin gespannt, wie wir im Herbst schlafen. Oder wie die Nächte dann sind. Kürzlich fragte ich einen der Söhne ganz beiläufig, wo denn das Baby künftig schlafen könnte. „Na, im Kinderzimmer“, antwortete der kluge Knabe. Klar, da ist ja immerhin Platz!

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