Geburtsvorbereitung – zurück zum Vertrauen in meinen Körper

So vieles erinnert mich in dieser Schwangerschaft an die Zeit mit Zwillingen im Bauch. Und so vieles ist doch so anders. Weil es nur ein Baby ist. Weil es eine andere Zeit im Leben ist. Weil ich eine andere bin. Und doch die Gleiche.

Verunsicherung in der ersten Schwangerschaft

In meiner vorherigen Schwangerschaft hat mich doch vieles verunsichert. Der Grund dafür? Das sind wohl mehrere. Die Fehlgeburt, die ich kurz zuvor erlebt habe, hat mich seelisch total an meine Grenzen gebracht. Schock, unverarbeitete Trauer, Kontrollverlust. Hinzu kamen dann die starke Übelkeit und die anderen körperlichen Symptome des „neuen“ ersten Trimesters, die völlig jenseits meiner Vorstellungskraft lagen – und dann dazu noch die Nachricht: „Es sind zwei!“

Schwangerschaft war für mich ohnehin totales Neuland, mein neues seltsames Körpergefühl sowie der Aspekt, dass ich gleich zwei Babys erwarte und damit ohnehin alles noch einmal ganz anders ist, haben mir irgendwie das Gefühl gegeben, mich in meinem Leben und meiner Haut kaum mehr auszukennen.

Schon beim letzten Mal hat mein Körper Tolles geleistet

Doch sowohl mein Körper als auch die Zwillinge haben einen Parademarsch hingelegt. Es ging mir – nachdem die fiese Übelkeit endlich nachgelassen hatte – gut, ich war belastbar und die Jungs wuchsen fleißig vor sich hin. Keine Auffälligkeiten, keine Beschwerden. Doch habe ich aufgrund der „Mehrlingsdiagnose“ – ich finde den Begriff Diagnose im Zusammenhang mit der Nachricht, dass man neues Leben erwartet extrem seltsam – ohnehin von vorneherein mit in Betracht gezogen, dass ich möglicherweise per Kaiserschnitt entbinden würde.

Vielleicht habe ich damit auch schon selbst unbewusst in diese Richtung gelenkt, ich weiß es nicht, darüber zu spekulieren ist müßig. Es wurde ein Kaiserschnitt, weil es die Lage der Kinder schließlich erforderte, aber es war eine schöne Geburt, die sich irgendwie gar nicht nach OP anfühlte.

Vollstes Vertrauen in meinen Körper

Jetzt ist es eben anders. Ich habe meinen Körper in der Zwillingsschwangerschaft, nach der Geburt, in der Still- und Babyzeit als ein so unfassbares Wunderwerk erlebt, das einfach nur einen Wahnsinnsjob gemacht hat. Einfach so. Ohne mein großes Zutun. Mein Vertrauen in ihn ist daran so unfassbar gewachsen. Und doch denke ich, da geht noch mehr.

Wir sind in unserer Gesellschaft so stark geprägt von medialen Bildern, von Berichten, von medizinischen Aspekten, dass zwischen uns und der Natürlichkeit von Schwangerschaft und Geburt eine riesige Schlucht klafft. Wir gehen quasi wie von selbst von unfassbaren Schmerzen und schlimmen Risiken aus. All das gibt es, doch in der Regel verlaufen die allermeisten Schwangerschaften und Geburten zumindest gesund und unauffällig. Das mit dem Schmerz ist noch einmal eine andere Geschichte.

Im Podcast erzähle ich noch ein bisschen mehr darüber, wie ich mich auf die Geburt vorbereite:

Meine Geburtsvorbereitung: Die Gedanken in die richtige Richtung lenken

Ich wünsche mir noch mehr Vertrauen. Die Zuversicht, dass mein Körper und unser Kind ihre Sache gut machen werden. Ich möchte mir die Angst nehmen. Die Angst vor Unwägbarkeiten und Schmerzen. Dazu wende ich mich gerade sehr stark nach innen. Arbeite mit positiven Bildern, Berichten und Informationen. Beschäftige mich mit Hypnobirthing, Selbsthypnose, friedlicher Geburt und werde von einer tollen Hebamme betreut.

Das ist meine derzeitige Geburtsvorbereitung. Einen weiteren Kurs planen wir nicht, ich suche mir das, was ich brauche, was sich für mich gut anfühlt und vom Rest schirme ich mich ab.

Ich weiß, mein Körper kann das, ich möchte mich ihm so wenig wie möglich in den Weg stellen.

Das alles tut mir sehr gut. Natürlich bleibt ein großes Stück Unwägbarkeit. Aber dem will ich mit Zuversicht und Vertrauen begegnen.

Hier findest du noch eine Liste von Links, Büchern, Podcasts und positiven Geburtsberichten, die ich sehr wertvoll und ermutigend finde.

Sandhya (Life with Sandy & Benny) bei Youtube.

Sandhyas Geburtsbericht (nach Kaiserschnitt).

Laura Malina Seiler – Podcast-Episode über Lauras Geburtsvorbereitung.

Podcast „Die friedliche Geburt“ von Kristin Graf

Marie F. Mongans Buch: Hypnobirthing

4 Comments

  1. Liebe Juli
    Schon lange bin ich hier stille Mitleserin. Dieser Post heute hat sehr viel in mir angerührt, nachdem ich vor vier Monaten einen gesunden Jungen natürlich zur Welt bringen durfte.
    Ich bin überzeugt, dass meine positive Einstellung, die Auseinandersetzung mit mir, dem neuen in mir wachsenden Leben und ein tolles Geburtsteam, welches grosses Vertrauen in mich hatte, einen Grossteil dazu beigetragen haben.
    In diesem Sinne, weiterhin alles Gute auf deinem Weg!

    1. Oh Katja, zunächst einmal alles, alles Liebe zur Geburt deines Sohnes, wie wundervoll!!!! Vielen, vielen Dank für deine Worte und für deine Ermutigung, das ist sooo schön zu hören und zu wissen und bestärkt mich noch einmal mehr! Viele liebe Grüße!!!

  2. Ich habe in dieser, auch meiner zweiten Schwangerschaft, ein viel besseres Körpergefühl und sehe der Geburt entspannt entgegen. Fühle mich auch wie du anders als in der Ersten, denn da konnte ich es gar nicht genug abwarten endlich mein Baby zu bekommen und habe die Tage gezählt. Das war mitunter ziemlich stressig, aber den Stress habe ich mir ja selbst gemacht. Jetzt weiß ich das der Tag X sowieso kommt und ob ich nun jeden Tag in den Kalender schaue oder nicht, schneller wird es dadurch auch nicht gehen. Ich finde es gut momentan so eine innere Ruhe zu verspüren. Viel Glück für deine weitere Schwangerschaft.

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