Der Monat des Novemberbabys – ein emotionaler Wetterbericht

Hey Novemberbaby, das ist dein Monat und immer wieder spüre ich, dass dabei jeder Tag wichtig ist.

Auch wenn diese Tage sich nicht immer angenehm anfühlen, weil sie oftmals ein emotionales Auf und Ab bedeuten. Neben Vorfreude und Dankbarkeit tauche ich immer wieder durch Wellen der Ungewissheit, Ungläubigkeit und Nervosität. Ein echtes Baby? Hier?! Schon bald? Das kann doch nicht sein! Und wie soll das gehen? Und will ich das überhaupt wirklich? Alles, was wochen- und monatelang unumstößlich gewiss war, stelle ich nun in manchen Momenten schockartig in Frage. 

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Es ist genau wie bei den Zwillingen: Konnte ich mir vor vier Jahren vorstellen, konnte ich wirklich begreifen, wie mein Leben als Mama sein würde? Niemals. Erst rückblickend wird mir bewusst, wie seltsam oberflächlich und bestimmt auch medial geprägt mein Bild vom Elternleben war. Obschon ich bereits mehrfache Tante war und meiner Freundin in unruhigen Nächten mit meinem Patenkind zur Seite gestanden hatte. Mich hat das nicht aufs Mamasein vorbereitet. 

Vielleicht hat es mir ein bisschen Richtung gegeben, mir Ansätze dessen gezeigt, wie ich mit meinen Kindern umgehen möchte. Doch sind die Erfahrungen aus dieser Zeit stecknadelklein im Vergleich zum tatsächlichen Mama-Kosmos. Zum wahren Ausmaß dessen, was es bedeutet, rund um die Uhr für zwei Kinder da zu sein. Aus tiefstem Herzen und mit jeder Faser des Körpers zu lieben. Existenziell zu lieben. Und gleichzeitig manchmal innerlich zutiefst erschüttert zu werden.

Gedanken und Gefühle wie das Herbstwetter

Meine Gedanken und Gefühle sind aktuell wie der Herbsthimmel: einmal klar und strahlend, voller Wärme, doch schon im nächsten Moment geht ein Starkregen aus tiefdunklen Wolken nieder und Sturmböen peitschen das eben noch so golden leuchtende Laub durch die Luft. 

Wie wird es sein mit zwei großen-kleinen Söhnen, die zwar schon sehr verständig sind, die aber immer noch jeden Tag so viel Einfühlvermögen und Begleitung benötigen? So viel Verständnis, Spiegeln von Gefühlen und damit meine Geduld und meine Kraft? 

Ich habe gelernt, Mama zu sein

Ich habe gelernt, mich gut darauf einzustellen. Habe meine Werkzeuge, meine Routinen und meine Tankstellen, an denen ich mich auflade, um all das tragen zu können. So gut es geht. Denn es ist nicht perfekt und das muss es auch nicht sein. Aber es funktioniert im Großen und Ganzen, und wenn es das mal nicht tut, so weiß ich, welche Schritte ich gehen kann.

Herbst – Licht und Schatten.

Aber wie wird es mit unserem kleinen X-Faktor? Wie wird geschwisterliche Konfliktberatung, wenn einer gerade gestillt werden möchte? Wie geduldig und kreativ werden meine Überredungskünste in Sachen Hosen anziehen und Zähne putzen morgens sein, wenn ein Baby mich nächtelang wachgehalten hat?

Zwischen Zuversicht und Furcht

In einem Moment bin ich voller Vertrauen und Zuversicht. Im nächsten packt mich die Sorge und fährt mit mir Achterbahn auf all meinen Gefühlen. Bringt Seiten in mir zum Klingen, die Zuwendung brauchen. 

Doch irgendwann kehrt auch wieder die Klarheit zurück. Ich versuche, mich diesem Prozess hinzugeben, alles da sein zu lassen, es okay sein zu lassen und spüre am Ende eines jeden kleinen Unwetters ein Stück mehr Vertrauen und Zuversicht. In den Prozess der Geburt. In meinen Körper. In mich. Und vor allem in unser Baby. Es kennt seinen Weg. Es kennt seine Zeit. 

Ich bin in das Mamaleben hineingewachsen

Ich bin in das Leben als Zwillingsmama hineingewachsen. Habe gelernt, in kaltem Wasser zu schwimmen und es zu beheizen. Ich hatte Bademeister an meiner Seite. Erfahrene Schwimmer, liebevolle Rettungsringe [und damit meine ich nicht meinen Babyspeck] und andere Schwimmanfänger, mit denen ich üben konnte. Und mit denen ich gesprochen habe. Über helle Stunden, aber vor allem auch über die dunklen. 

Unser Leben wird sich auch dieses Mal wohl kräftig durchschütteln. Dass ich angesichts dessen dauerhaft total gelassen bin, wäre eine dicke Lüge. Aber ich will vertrauen. In uns als Familie. In die Richtigkeit des Weges. In meine Kompetenzen. In Wachstum, Veränderung und all die Menschen, die uns dabei begleiten.

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