Es wird besser. Und anders.

Im Elternkosmos kursiert ein Satz, über dessen wahre Funktion ich mir lange nicht im Klaren war. „Es wird nicht leichter, es wird nur anders“, lautet dieser. Wann auch immer ich damit im vergangenen Jahr belehrt wurde – jedes Mal gingen die Worte mit einem dezent süffisanten, leicht überheblichen, etwas gönnerhaftem Unterton einher. Selbstverständlich kann nur…

Schleppen für Fortgeschrittene: Vom Dachgeschoss bis auf die Straße

Als die Zwillbos in Sachen Motorik noch nicht wesentlich mehr Pfeile im Köcher hatten als etwas hakelig nach einem O-Ball oder einer Rassel zu greifen, war es relativ simpel, die Herrschaften aus unserer Wohnung im zweiten Stock in den Kinderwagen und damit vor die Haustür zu bugsieren: Sie lagen muckelig warm eingepackt in ihren Wannen….

„Zwillinge? Wie schafft man das eigentlich?!“

Eine Antwort vorweg: Ich weiß es eigentlich selbst nicht genau. Aber plötzlich ist zwischen Windeln wechseln, stillen, füttern, verliebt und verzweifelt sein, mit anderen Eltern lachen und klagen das erste Zwillbo-Lebensjahr vorüber. So sehr unser Alltag auch immer wieder auf dem Kopf steht, ich denke, eines kann dem Zwillbo-Papa und mir niemand mehr nehmen: Das…

Größere Augenränder, kleinerer Freundeskreis

Vieles hat sich seit Geburt der Zwillbos vor einem Jahr geändert. Die messbare Tiefe meiner Falten, der Radius meiner Augenringe, die Anzahl der Küsse, die ich tagtäglich verteile, um nur einige Beispiele zu nennen. Eine der tiefgreifendsten Veränderungen hat sich jedoch in dem sozialen Gefüge vollzogen, in das wir eingebunden sind.  Irgendwie sind langjährige Freunde…

Wie ich das Wimpern Tuschen zur olympischen Disziplin erhob

Wenn ich heute darüber nachdenke, mit welcher Hingabe ich mir früher im Badezimmer die Wimpern getuscht habe, kann ich nur den Kopf schütteln. Oder Tränen lachen. Denn oft würde mir dann mangels Mascara nicht einmal die selbige verlaufen. An manchen Tagen ist mir der bunte Reigen nämlich schlichtweg zu anstrengend.  Früher habe ich mir die…

Zwei mal zwölf macht eins

Die Zwillbos feiern bald ersten Geburtstag. Und ich muss mich an dieser Stelle einer obligatorischen Phrase bedienen: Ich kann es kaum glauben! Ebenso wie ich mir vor ihrer Geburt in dem Hobbitkrankenhaus nicht vorstellen konnte, bald zwei Kinder auf einen Streich zu haben. Es ist nicht so, als ob es mir schon völlig selbstverständlich in…

Wie mich Kinderreisepässe beinahe den Verstand kosteten

Wir haben jetzt Kinderreisepässe. Das ist nichts besonderes, mögen einige Miteltern jetzt sagen. Mir persönlich war ja nicht einmal klar, dass wir diese benötigen, sobald wir das Land auch nur in Richtung holländische Nordseeküste verlassen. Jedoch, befreundete Mütter und die Internetpräsenz des Auswärtigen Amtes – die in etwa die gleiche politische Position haben – haben…

„Haben Sie Schlafstörungen?“ – „Ja, zwei…“

Seit knapp zehn Monaten wird meinem Schlafvermögen mehr Dynamik abverlangt als einem olympischen Stabhochspringer. In der ersten Woche nach Geburt der Zwillbos habe ich insgesamt vielleicht sieben Stunden geschlafen. Alles war viel zu neu und aufregend für mich. Und wenn ich nicht stillen oder abpumpen musste, hat neben mir ein frischausgelieferter kleiner Mensch kuriose Geräusche…

Die Kunst des Loslassens

Muttersein ist das größte Paradoxon, das mir je untergekommen ist. Schon mit der Durchtrennung der Nabelschnur bei der Geburt lautet das Motto „Loslassen und festhalten zugleich“. Die Kinder streben mit jeder Minute mehr in die Welt und wollen und müssen doch getragen werden. In dem Augenblick, in dem die Zwillbos entdeckten, dass sie sich selbstständig…

Biss zur Mittagsstunde

Mein erstgeborener Zwillbo verfügt mittlerweile über recht adäquates Kauwerkzeug. Seinen unteren Gaumen zieren zwei kleine Mausezähnchen, wohingegen sich aus dem oberen Kiefer vier gigantisch erscheinende Hauer ihren Weg durchs Zahnfleisch bahnen. Man muss jedoch nicht meinen, dass das Kind sein Werkzeug großartig zum Kauen einsetzt. Es bearbeitet mit Vorliebe jegliche Form von fester Nahrung so…

Und dann ertappt man sich selbst beim Glücklichsein

„Kerlokiste, ist das gerade oft schön!“, denke ich bei mir. Fühle ich bei mir. Und dann tippt mir von hinten der fiese kleine elterliche Aberglaube auf die Schulter: „Pst, lass das! Bist du bescheuert!? Wenn das die Kinder jetzt mitkriegen! Dann war’s das wieder mit schön!“ Mir ist das jetzt egal, ich schüttele den alten…