Watsu – oder die Wasserentspannung für Walfisch-Schwangere

Wer hier öfter mitliest weiß, dass ich mental zwischen Hippie und Heavy Metal schwinge. Ich kann mich manchmal gut auf ein bisschen Esoterik einlassen, hab aber trotzdem auch ganz gerne Bodenkontakt. Den habe ich allerdings im Zuge der Geburtsvorbereitung zwei Mal freiwillig aufgegeben und mich von einer Watsu-Therapeutin zu Wasser lassen… äh… lassen. 

Tiefenentspannung

Watsu oder Wasser-Shiatsu war mir vor der Schwangerschaft und vor unserem Geburtsvorbereitungskurs überhaupt kein Begriff. Doch unsere liebe Frau Heb machte mich bei einem Vorsorgetermin neugierig. Ebenso wie ich, ist meine Hebamme kein Mensch, der unbedingt zu allen Leuten große körperliche Nähe haben muss – und die hat man beim Watsu zwangsläufig, denn der Therapeut bewegt einen, während man im Wasser liegt. Doch wenn es Frau Heb tiefenentspannt und locker macht, dann kann es für mich nicht gefährlich werden, dachte ich mir und wurde neugierig. 

Wikipedia erklärt Watsu wiefolgt: WATSU ist eine Massage- und Bewegungstherapie, die auf den Lehren des Zen-Shiatsu basiert. Die Behandlung findet in 35 °C warmem Wasser statt. Dabei werden die physikalischen Eigenschaften des Wassers ausgenutzt. Der durch den statischer Auftrieb von der Schwerkraft entlastete Körper des Klienten wird passiv gedehnt und gestreckt. Dabei wird der Wasserwiderstand unterstützend genutzt. Diese Bewegungen beziehen sich einerseits wie beim Shiatsu auf die Meridiane, andererseits auf die Muskulatur und haben so gleichzeitig eine ähnliche Wirkung wie jede andere passive Bewegungstherapie. 

Ungestörte Atmosphäre

In der 29. SSW wagte ich mich das erste Mal ins muckelig warme Wasser. Das feine an der Watsu-Therapeutin: Ich kannte sie als Hebamme aus dem Geburtsvorbereitungskurs, und sie kann hier in der Nähe ein kleines Lehrschwimmbecken nutzen. Man ist dort mit ihr vollkommen ungestört, was nicht selbstverständlich ist. In vielen Städten finden die Anwendungen verschiedener Therapeuten gleichzeitig in größeren Becken statt – wobei ich persönlich mich innerlich niemals locker machen könnte. 

Schon mit einem recht stattlichen Bauch ließ ich mich also zu Wasser – die Zwillbos fanden es sofort großartig und begannen vergnügt im Bauch herumzuturnen. Nach einer kurzen Atem- und Achtsamkeitsübung ging es los. Schaumstoffmanschetten an meinen Beinen sorgten für den nötigen Auftrieb, mein Kopf wurde entweder von Urigellas Händen gehalten oder ruhte auf einem Spezialkissen auf dem Wasser oder an ihrer Schulter – was entgegen meiner Erwartung überhaupt nicht befremdlich war. Sie macht ihre Sache wirklich gut und ist körperlich irgendwie nicht sonderlich präsent während der Anwendung, obwohl sie jede Bewegung meines Körpers geführt hat. 

Leichtigkeit für Walfisch-Schwangere

Im Prinzip liegt man auf bzw. im Wasser und wird massiert, bewegt und gedehnt. Das entspannt und lockert die Muskulatur. Zunächst erschien mir eine Stunde wahnsinnig lang, sie verging allerdings im Nu, weil ich wirklich gut abschalten und genießen konnte. 

Als Geburtsvorbereitung kann Watsu die Becken- und Rückenmuskeln entspannen, aber auch irgendwie das Vertrauen in den eigenen Körper stärken und helfen, innerlich loszulassen. Außerdem ist für Schwangere dieses Gefühl der Leichtigkeit – insbesondere im fortgeschrittenen Stadium – ziemlich angenehm: Endlich mal den Walfisch-Modus vergessen. 

Gekostet hat mich das Vergnügen 35 Euro, den Rest übernimmt in der Schwangerschaft die Krankenkasse. Wie es beispielsweise als Schmerz- oder Traumatherapie finanziert werden kann, weiß im Zweifelsfall der Therapeut oder die Krankenkasse. 

15 Comments

      1. Hab grad noch ne Zweite gefunden, aber die ist auch bis 17.8.nicht da. Ich ruf morgen mal bei der KK an und mach danach nen Termin. Ich hab heut nur so viel Nesting betrieben, dass ich am liebsten jetzt sofort ins Becken will!

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