Es ist ein Doppelkind!

Zwillinge. Ist mein Sternzeichen. Ich wäre selbst gerne einer gewesen. Also biologisch. Am liebsten der meiner Cousine Claudia. Die hat nämlich eine Zwillingsschwester, die gerne der Zwilling meiner ältesten Schwester gewesen wäre. Zumindest als wir neun waren. Jetzt findet Claudi ihre eigene Zwillingsschwester auch ziemlich gut. Glaube ich. 

Darüber nachgedacht, selbst Mama von Zwillingen zu werden, habe ich nie. Zumindest nicht, dass ich mich daran erinnern könnte. Ich hielt das auf dem natürlichen Wege für zu unwahrscheinlich, die Möglichkeit existierte in meiner Vorstellungswelt einfach nicht. Außerdem wollte ich ja mit einem Kind von zweien anfangen, und wenn ich das so will… 

Offenbar hat sich in unserer Familie bereits bei der Empfängnis entschieden, wer das Sagen hat: unsere Kinder. Denn die wollen lieber gemeinsam auf die Welt kommen. Zwillinge also.

Neuigkeiten in der neunten Woche

Ihre geballte Präsenz haben die beiden in der neunten Schwangerschaftswoche gezeigt. Ich bin zuvor einmal in der sechsten Woche im Krankenhaus beim Ultraschall gewesen, da hat die Ärztin wohl aber nur bis zur ersten Fruchthöhle geschallt, und ich sah nur ein kleines pochendes Konfettipünktchen. 

Drei Wochen später habe ich mich dann bei meinem Frauenarzt gefragt, ob das Ultraschallgerät, der Monitor oder meine Wahrnehmung kaputt ist. Zu sehen waren zwei Höhlen und ein Zwerg, der andere befand sich wohl gerade in einem toten Winkel, erschien aber nach einem Linksschwenk unter der Frage meines Arztes: „Hat man Ihnen das nicht gesagt?“ Hitze schoss mir in den Kopf und ein hysterisches Lachen entfleuchte meiner Kehle.

Der umsichtige Arzt hatte zuerst Blickkontakt mit meinem Mann gesucht, vermutlich um auszuschließen, dass er gleich reanimieren muss. Mein Mann lachte. Über das ganze Gesicht. Und das tut er bis heute. Im Gegensatz zu mir, hatte er sich nämlich durchaus mit der Zwillingsoption auseinandergesetzt – und sie für gut befunden. 

 Schließlich brauche man das Säuglingschaos dann nur einmal durchzumachen und man habe auf einen Rutsch (Rutsch? Das wird sich noch zeigen) beide gewünschten Kinder. Er hatte sogar schon eine Mehraufwandsquote im Vergleich zu Einlingen errechnet, die liegt seines optimistischen Erachtens bei 0,4. Ich werde es unsere Kinder wissen lassen, sollten sie diese später einmal überschreiten oder gar doppelt anstrengend sein. 

Mit der Dankbarkeit über gesundes Leben in meinem Bauch nach einer Fehlgeburt setzte bei mir vermutlich so etwas wie ein Schock ein. Und ich war froh, eine realistische Erklärung für meine mordsmäßige Übelkeit und die abgrundtiefe Erschöpfung zu haben, die mich seit Wochen aus dem  Leben katapultierten. Hcg-Overkill. Das hysterische Grinsen begleitete mich noch rund zwei Wochen. Dann wurde mir langsam mulmig. 

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