Ein Hoch auf Zwillingseltern-Freundschaften!

Allen werdenden oder frischgewordenen Zwillingseltern kann ich immer nur wärmstens empfehlen, sich schleunigst andere Betroffene Verbündete zu suchen, die ebenfalls Kinder im Mehrfachpack zugestellt bekommen [haben]. Als ich jung schwanger war – und damit meine ich die Zeit der Frühschwangerschaft, denn ich war zu dem Zeitpunkt 34 Jahre alt, was nicht unbedingt einer werdenden Teenie-Mutter entspricht – war ich auf der Suche nach authentischen Texten über das neue Leben mit zwei Mitbewohnern in meinem Organismus.

Wenige Wahrheiten

Ich weiß nicht, ob gute Beiträge über den Alltag als Zwillingsschwangere oder Zwillingseltern so dünn gesät sind, weil diejenigen Frauen und Männer neben all dem Schlafmangel nicht mehr in der Lage sind, Worte für ihre Situation zu finden. Verstehen könnte ich es. Doch merkte ich schnell: Wenn ich Blogs suche, die auch mal formulieren, wie kacke man die Gesamtsituation gerade findet und dabei trotzdem eine optimistische Grundhaltung wahren, dann wir die Luft ziemlich schnell ziemlich dünn.

Aber das Leben meinte es gut mit mir und ich stieß unter anderem auf Kerstins Chaos-Blog. Kerstin war zu dem Zeitpunkt bereits Zwillingsmama, und ich inhalierte ihr Schwangerschaftstagebuch innerhalb weniger Stunden. Ich fühlte mich verstanden und ermutigt, denn nach meiner Fehlgeburt fehlte mir neben der kleinen Seele, von der ich dachte, sie würde unser erstgeborenes Kind, vor allem eines: Leichtigkeit und Zuversicht.

Weil das Leben es aber nicht nur gut, sondern ziemlich gut mit mir meinte, stellten Kerstin und ich via Instagram schnell fest, dass wir nur ungefähr zwei Babyrassel-Würfe voneinander entfernt wohnen. Dass wir beide Ruhrpott-Gören sind und irgendwie, irgendwann in unserem Leben mal was mit Medien gemacht haben oder machen. Und dass wir in Sachen Humor auf einer Welle funken.

Treffen im echten Leben

So trafen wir uns eines Tages auch im echten Leben. Kerstin war zu dem Zeitpunkt schwanger mit Nummer 3 und interessanterweise sah man – wir hatten beide nicht mehr all zu viele Schwangerschaftswochen vor dem Bug – kaum einen Unterschied beim Umfang unserer Bäuche. Ich war beeindruckt, und wir gaben uns Mühe, mit unseren Händen aufgrund unserer Riesenkugeln noch die Eisbecher auf dem Tisch vor uns zu erreichen.

Seit diesem wirklich ziemlich schwangerschaftsunfreundlichem Sommer 2015 begann unsere Mama-/Blogger-Freundschaft zu sprießen. Ich weiß nicht, ob ich die ersten Wochen des Schwangerschaftstagebuch erfolgreich überdauert hätte, wenn Kerstin mir nicht teilweise rund um die Uhr Ermutigungsfunksprüche hätte zukommen lassen. Das war deshalb kein Problem, weil ihr Drittgeborener ein ähnlich erfolgreicher Nichtschläfer ist wie die Zwillbos.

Der Mann und ich haben über die Monate und Jahre Freundschaft mit einigen Doppelkinder-Eltern geschlossen. Aber Kerstin war irgendwie meine große Zwillingsmama-Schwester der ersten Stunde. Weder sehen oder hören wir uns ständig und unentwegt. Aber die Verbindung steht. Kerstin war und ist mir immer eine gute Ratgeberin in Sachen Zwillinge, Bloggen und Zwillingsbloggen. Um so mehr freue ich mich, dass jetzt ein Text von mir auf ihrem Blog erschienen ist. Als ich im Frühjahr 2015 auf Kerstin und das Chaos gestoßen bin, hätte ich mir nicht träumen lassen, was daraus erwächst. Aber so ist es eben manchmal in diesem verwirrenden Leben: Es kann doppelt gut werden!

Wo findet man andere Zwillingseltern?

Einige Städte und Gemeinden bieten Zwillingstreffs an, deren Termine beim Jugendamt zu erfragen sind. Ich habe viele Zwillingsmamas über Instagram kennengelernt, und wir haben uns zu einer Whatsapp-Gruppe zusammengeschlossen. Auch in Facebook-Gruppen kann man andere Mehrlingseltern kennenlernen. Das hiesige Mütterzentrum bietet regelmäßig spezielle Krabbelgruppen für Zwillinge an.

Glücklicherweise habe ich außerdem eine Zwillingsmama bei der Rückbildungsgymnastik kennengelernt, mit der ich bis heute befreundet bin. Unsere wohl engsten Zwillingselternfreunde haben wir allerdings völlig analog in der Realität beim Spaziergang aufgegabelt, und es sieht seit mittlerweile zwei Jahren so aus als wäre es etwas ziemlich Ernstes mit uns.

Doch ganz egal, wo und wie man mit anderen Zwillingseltern in Kontakt tritt und ungeachtet dessen, wie froh ich für all meine anderen Mama-Freundschaften bin, insbesondere in der Schwangerschaft und in der Babyzeit hat mich der Austausch mit anderen Doppelmüttern so manches Mal echt gerettet. Denn das Chaos, das mit zwei Babys über einen hereinbricht sucht eben seines gleichen…

3 Comments

  1. Huhu,

    lieben Dank für diesen tollen Bericht.
    Das sind wirklich wahre Worte.
    Leider ist unser Zwillingsfreundschaftspärchen ausgewandert, seitdem ist es für meine Zwerge auch nicht so einfach
    andere Freundschaften zu finden. Irgendwie war das im doppelten Doppelpack doch scheinbar etwas leichter.

    Liebe Grüße

    1. Hallo meine Liebe, ich würde unsere Zwillingseltern-Freunde auch schmerzlichst vermissen!!! Habt ihr vielleicht einen Zwillingstreff bei euch in der Nähe?

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