Wenn ich heute darüber nachdenke, mit welcher Hingabe ich mir früher im Badezimmer die Wimpern getuscht habe, kann ich nur den Kopf schütteln. Oder Tränen lachen. Denn oft würde mir dann mangels Mascara nicht einmal die selbige verlaufen. An manchen Tagen ist mir der bunte Reigen nämlich schlichtweg zu anstrengend. Früher habe ich mir die…
Autor: Juli
Zwei mal zwölf macht eins
Die Zwillbos feiern bald ersten Geburtstag. Und ich muss mich an dieser Stelle einer obligatorischen Phrase bedienen: Ich kann es kaum glauben! Ebenso wie ich mir vor ihrer Geburt in dem Hobbitkrankenhaus nicht vorstellen konnte, bald zwei Kinder auf einen Streich zu haben. Es ist nicht so, als ob es mir schon völlig selbstverständlich in…
Ohne dich
Eine Mutter ohne Mutter – nicht vollkommen plötzlich, aber zu plötzlich – muss mit dem Material arbeiten, das ihr bis dahin geschenkt worden ist. Ratschläge kommen aus dem Herzen, aus der Seele, sind nicht mehr spontan am Telefon oder Kaffeetisch abholbar, sondern erklingen von innen, verinnerlicht in einer Zeit vor dem Jetzt. Schön ist das…
Wie mich Kinderreisepässe beinahe den Verstand kosteten
Wir haben jetzt Kinderreisepässe. Das ist nichts besonderes, mögen einige Miteltern jetzt sagen. Mir persönlich war ja nicht einmal klar, dass wir diese benötigen, sobald wir das Land auch nur in Richtung holländische Nordseeküste verlassen. Jedoch, befreundete Mütter und die Internetpräsenz des Auswärtigen Amtes – die in etwa die gleiche politische Position haben – haben…
“Haben Sie Schlafstörungen?” – “Ja, zwei…”
Seit knapp zehn Monaten wird meinem Schlafvermögen mehr Dynamik abverlangt als einem olympischen Stabhochspringer. In der ersten Woche nach Geburt der Zwillbos habe ich insgesamt vielleicht sieben Stunden geschlafen. Alles war viel zu neu und aufregend für mich. Und wenn ich nicht stillen oder abpumpen musste, hat neben mir ein frischausgelieferter kleiner Mensch kuriose Geräusche…
Die Kunst, als Mama loszulassen
Muttersein ist das größte Paradoxon, das mir je untergekommen ist. Schon mit der Durchtrennung der Nabelschnur bei der Geburt lautet das Motto “Loslassen und festhalten zugleich”. Die Kinder streben mit jeder Minute mehr in die Welt und wollen und müssen doch getragen werden. In dem Augenblick, in dem die Zwillbos entdeckten, dass sie sich selbstständig…
Biss zur Mittagsstunde
Mein erstgeborener Zwillbo verfügt mittlerweile über recht adäquates Kauwerkzeug. Seinen unteren Gaumen zieren zwei kleine Mausezähnchen, wohingegen sich aus dem oberen Kiefer vier gigantisch erscheinende Hauer ihren Weg durchs Zahnfleisch bahnen. Man muss jedoch nicht meinen, dass das Kind sein Werkzeug großartig zum Kauen einsetzt. Es bearbeitet mit Vorliebe jegliche Form von fester Nahrung so…
Ein Morgen mit den Zwillbos – oder wie ich einmal für einen Marathon trainierte
Es ist 4.56 Uhr. Neben mir dreht sich jemand, nimmt den Schnuller aus der Schnute und macht leise “Blappblappblapp”. Wo der Schnuller jetzt schon mal aus der Schnute ist, kann man ihn auch ruhig mal über den Holzrahmen des Betts ratschen, denkt sich das Kind offenbar. Die Augen muss man dazu nicht öffnen. “Shhhhhhshhhhhshhhhhhhhhhhhhh” mache…
Und dann ertappt man sich selbst beim Glücklichsein
“Kerlokiste, ist das gerade oft schön!”, denke ich bei mir. Fühle ich bei mir. Und dann tippt mir von hinten der fiese kleine elterliche Aberglaube auf die Schulter: “Pst, lass das! Bist du bescheuert!? Wenn das die Kinder jetzt mitkriegen! Dann war’s das wieder mit schön!” Mir ist das jetzt egal, ich schüttele den alten…